Juhu, die Fohlen sind da!
Drei Stuten waren für 2026 tragend und drei bildschöne, gesunde Fohlen sind gefallen. Ich sage ja in jedem Jahr, dieses Jahr habe ich die schönsten Fohlen. Ich glaube aber, dieses Jahr stimmt es.

Den Anfang machte Penny am 9. April – einmal mehr am Geburtstag meines Bruders – mit einem Fuchshengst von Fame. Orion ist langbeinig, hochaufgerichtet mit schönen Bewegungen und dem lustigsten Charakter überhaupt. Sobald man die Wiese betritt, kommt er angelaufen. Am liebsten legt er sich auf den Schoß und lässt sich den Bauch kraulen. (Sucht jemand einen wiehernden Schoßhund?)
In der Walpurgisnacht, am 30. April, kam Artemis zur Welt. Ein traumhaftes Stutfohlen von Bluebell und Fame. Bei dieser bezaubernden Prinzessin stimmt einfach alles: lange Beine, super Gänge, tolles Köpfchen und so langsam wird sie auch zahm und genießt ihre täglichen Krauleinheiten.
Carrie machte es besonders spannend in diesem Jahr. Nachdem sie ihre letzten beiden Fohlen völlig ohne Anzeichen bekommen hat, wollte ich dieses Fohlen auf gar keinen Fall verpassen. Nicht nur, weil Carrie von dem bei mir geborenen AQM Dancing Pegasus – im Besitz von Marion Strauch – gedeckt war, sondern auch, weil sie ja im Herbst nicht ganz gesund war. Also schauten Alex und ich quasi rund um die Uhr auf die Kamera. Ich war schon völlig auf Schlafentzug, als sie am 22. Mai endlich ihr Hengstfohlen auspackte. Und Alex muss ich jetzt wohl in Gold aufwiegen lassen, denn ich war auf dem Sofa eingeschlafen, als sie kurz vor Mitternacht anrief und sagte: „Bei Carrie geht’s los!“ Mit klopfendem Herzen und Bleifuß auf dem Gaspedal fuhr ich los – Geschwindigkeitsbegrenzungen sind ja auch eher so Richtwerte, oder? – und kam gerade rechtzeitig zur ersten Presswehe.
Aber die Sorgen erwiesen sich als unbegründet: Völlig problemlos und in einer absoluten Bilderbuchgeburt brachte Carrie Apollo zur Welt. Im Gegensatz zu seinen doch eher bunten Eltern hat er überraschenderweise nicht ein einziges weißes Haar am Körper. Dafür sieht er aus wie ein Miniaturwarmblut mit seinen langen Beinen, den tollen Winkeln und dem geschwungenen Hals. Dazu hat er einen der arabischsten Köpfe, die ich je an einem Mini gesehen habe mit riesigen schwarzen Kulleraugen und einer konkaven Stirnlinie.

Wer sich jetzt fragt, was das Namensthema dieses Jahr war: Himmelsmissionen. Lucy und Vivien haben im Frühling gespannt die Mondmission der Artemis verfolgt. Schon bevor das erste Fohlen geboren wurde, sagte Lucy: Wir brauchen eine Artemis!
Natürlich gab es mal wieder Hengstüberschuss und Fohlen Nummer 1 wurde erstmal keine Artemis! Also benannte ich ihn nach dem Sternbild Orion. Mit dem zweiten Fohlen bekam Lucy ihren Wunsch erfüllt. Bei Fohlen Nummer 3 schließlich hatte ich mir überlegt: Apollo oder Cassiopeia. Tja, Carrie führt hier den Rekord an Hengstüberschuss an: Fünf von sechs Fohlen, die sie hier geboren hat, sind Hengste. Es gab natürlich einen Apollo.
Na klar, ich hätte mir vor allem von Carrie eine Tochter gewünscht, die hier eines Tages in die Hufspuren meiner Superstute tritt, aber sind diese drei wunderbaren Sterne nicht ein riesengroßer Grund, um dankbar zu sein? Ich bin es jeden Tag, wenn ich auf die Wiese gehe und die drei Kuschelmonster mich überfallen kommen.
Und wer auch so ein Sternchen sein Eigen nennen will: Alle drei stehen in diesem Jahr zum Verkauf und freuen sich auf eigene Familien, wo sie nach Herzenslust verwöhnt werden.








