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Mein Jahresrückblick 2025 – Höhen und Tiefen mit kleinen Pferden

2025 war ein Jahr mit ausgeprägten Höhen und Tiefen. Ich bin Tante geworden. Fünf gesunde Fohlen sind geboren worden. Ich bin meine erste Distanz gefahren und war auf der Passion Pferd. Cimbelina ist gestorben. Die kleine Windspieldame hatte ich 2011 aus England mitgebracht und sie war 14 Jahre an meiner Seite. Kranke Pferde und ein verwilderter Garten haben mich auf Trab gehalten. Vor allem zum Jahresende habe ich mich überarbeitet und überfordert gefühlt.
2025 hat mir alles abverlangt und mich über meine Grenzen, aber auch zu neuen Erfahrungen gebracht. Schauen wir also zurück auf ein ereignisreiches Jahr:

Meine Themen und Highlights 2025

Zucht

Züchterisch gesehen war das Jahr 2025 ein voller Erfolg. Zwar hatte ich von fünf Fohlen mal wieder vier Hengste, aber alle fünf sind gesund gelandet und haben sich über das Jahr prächtig entwickelt. Und das ist doch ein Grund voller Dankbarkeit zurückzuschauen. Das Jahr 2025 sah den ersten Fohlenjahrgang von AQM Fantasys A Celtic Dream. Celtic habe ich schon in zweiter Generation selber gezüchtet. Väterlicherseits geht er auf den unvergessenen Ridgehavens Cocoa zurück sowie auf die weltberühmten Scott Creek Linien. Mütterlicherseits ist er ein Sohn meiner Superstute Carrie. Die ist eine von nur zwei Töchtern des schon verstorbenen Hengstes Pecan Grove Chargers Customized in Europa. Entsprechend hoch waren die Hoffnungen, die auf diesem nur 30“ winzigen Hengst lagen. Und er hat nicht enttäuscht! Gleich seine erste Tochter aus meiner auch selbstgezogenen Famina ist die perfekte Mischung beider Eltern. Sie hat auch sein Champagnergen geerbt.

Rosie

AQM Celtics Roses of Red, oder Rosie wie wir sie nennen, wird daher auch vorerst hierbleiben, um meine Zucht zu verstärken. Sie ist in vielerlei Hinsicht mein „pferdgewordenes“ Zuchtziel: Elegant, langbeinig, freundlich und champagnerfarben. Dass sie am 1. April geboren wurde, ist kein Scherz, aber vielleicht trägt es dazu bei, dass sie so eine kleine Frohnatur ist.

Joey

Das zweite Fohlen kam schon eine Woche später am 7. April. Zum ersten Mal in 15 Zuchtjahren hatte ich eine wirkliche Fehllage bei einem Fohlen. Zwar hatte ich schon Vorderbeine, die nicht perfekt gestreckt waren, oder Köpfe, die man ein bisschen nach unten drücken musste, aber nichts wirklich Dramatisches. Von Floras diesjährigem Hengstfohlen hingegen kam ein Bein und sonst nichts. Die Lehre daraus ist, dass man sich nicht darauf ausruhen darf, wenn eine Stute schon drei Geburten ohne Probleme gemeistert hat. Es macht immer Sinn, die Stuten gut zu überwachen und im Zweifelsfall dabei zu sein, um eingreifen zu können. Nur deshalb haben wir den kleinen Kerl und seine Mutter retten können.

Natürlich habe ich sofort meine Tierärztin angerufen! Sie war eine Viertelstunde später da und hat das Fohlen im Mutterleib so gedreht hat, dass es kurz darauf lebend und gesund geboren werden konnte. Blitzschnell war der Kleine auf den Beinen war und auch gleich die Milchbar fand.

Während wir Menschen noch im Stall standen und auf den Schreck ein paar Kartoffelchips knabberten, diskutierten wir über den Namen. „Er braucht einen kräftigen Namen!“, fand Anika, meine Tierärztin. „Was hältst du von Joey (Kelly), der ist Musiker und Extremsportler?“ So kam es, dass dieses Jahr zwei Fohlen nach Kelly Songs benannt sind. Die schon erwähnte Rosie und außerdem AQM Celtics Key to my Heart, genannt Joey. Jaja, manchmal merkt man schon sehr, dass meine Jugend (und die meiner Tierärztin) in den 90ern lag.

Moony


Nur eine Woche danach wurde unter einem pinken Vollmond am 13. April völlig problemlos AQM Celtics Under A Violet Moon (alias Moony) geboren. Und wer sich jetzt fragt, warum er diesen Kelly Song nicht kennt: Er ist von Blackmore’s Night – noch eine Band aus den 90ern. Moony ist jeder Hinsicht das Kind seiner Mutter: knallbunt mit blauen Augen, selbstbewusst, frech, groß und bewegungsstark. Ich sehe ihn jetzt schon vor meinem inneren Auge vor der Kutsche brillieren – eines Tages!
Nach Moony hatte ich einige Wochen frei von der Fohlenwache und konnte etwas dringend benötigten Schlaf nachholen. Fohlenwache heißt ja für mich immer schlaflose Nächte und regelmäßiges Schauen auf die Kamera, ob alles bei den Mädels im Stall in Ordnung ist. Zwar habe ich mittlerweile eine Web-Cam und so haben meine beste Freundin Alex und meine Schwägerin Julia in diesem Jahr fleißig mitgeschaut, aber anstrengend sind diese Wochen doch jedes Jahr wieder.

Lux


Egal, wie aufmerksam man die Kamera im Blick behält – es gibt immer Stuten, die genau in dem kurzen Moment, in dem niemand hinschaut, ihr Fohlen zur Welt bringen. Und so kam es, dass ich in der Nacht vom 12. Juni auf die Kamera sah und dachte: Da im Stroh, da rührt sich was! Soleil hatte eine kleine Kopie ihres 2023 Fohlens Willow geboren: Lange Beine, einen traumhaften Hals und natürlich champagner. Schließlich ist Soleil reinerbig für das begehrte Farbgen. Leider ist AQM Celtics Lux Solaris, genannt Lux, nicht reinerbig für Champagner geworden, wie ich es insgeheim gehofft hatte – schließlich tragen beide Eltern dieses Gen. Dennoch hat er in jeder anderen Hinsicht alle Erwartungen mehr als übertroffen. Deshalb wird er auch erst einmal hier in der Aufzucht bleiben.

Surprise


Für eine Überraschung sorgte dann noch Blessing. Die hatte den Winter 24/25 bei Bekannten verbracht, die dringend ein Beistellerpony brauchten für ihre Ministute, deren Freundin im Herbst gestorben war. So wurde Blessing nicht per Ultraschall untersucht. Da sie aber schon mehrere Jahre nicht mehr aufgenommen hatte, hatte ich nicht erwartet, dass sie trächtig sein könnte. Als sie im späten Frühling 2025 zurückkam, war es schon nicht mehr zu übersehen: In diesem kullerrunden Bauch ist das einzige Fame Fohlen von diesem Jahr. AQM Fames Surprise Blessing wurde am 2. Juli geboren: Hengstfohlen Nummer vier machte damit den Jahrgang komplett. Blessing und Fame haben ja jede Menge Farbgene in den Mix zu werfen und bislang sehen die vier Nachkommen der Beiden alle farblich völlig unterschiedlich aus. Surprise ist ein Dunalino geworden, ein Palomino mit Falbgen, also mit Aalstrich. Die Zukunft wird zeigen, ob er auch die Zebrastreifen seiner Mutter geerbt hat. 

Show und Abenteuer

Wer mich kennt, weiß, meine Minis sind nicht nur Weideornamente. Ich habe den größten Spaß daran, sie abwechslungsreich auszubilden, Abenteuer mit ihnen zu erleben und immer wieder auch neue Sachen auszuprobieren. Und es ist mir ein Anliegen, der Welt immer wieder zu zeigen, wie vielseitig und leistungsbereit Miniaturpferde sind. 

Wer mich kennt, weiß außerdem, Turniere sind nicht mein Ding. Zum einen steht mir meine Prüfungsangst im Weg und zum anderen finde ich die typischen Halter-Klassen auf den meisten Minishows einfach langweilig. Ich sehe ihren Sinn durchaus ein als Zuchtklassen, um korrekte Tiere zu selektieren, die dem Zuchtziel immer weiter entsprechen. Halter-Klassen zum reinen Selbstzweck sind allerdings nicht mein Ding. Umso mehr freue ich mich immer auf die Peeneland Show, die einzige Show in Deutschlach rein für Miniaturpferde. Sie findet jedes Jahr am Kummerower See in Mecklenburg statt. Denn dort gibt es neben den Halter-Klassen eine Vielzahl an Performance-Klassen wie Springen an der Hand, Fahren und Trailprüfungen.

Die Performance Klassen machen nicht nur viel mehr Spaß, sondern man wird auch danach bewertet, wie gut man mit seinem Pferd über die Jahre zu einem Team geworden ist. Und das ist nun wieder genau mein Ding! Ich liebe es, mit meinen Pferden immer weiter zusammenzuwachsen, einander zunehmend zu vertrauen und unsere Abenteuer als echtes Team zu erleben – mit ganz viel gemeinsamer Freude daran.

Outbackrun Arendsee


Unser erstes Abenteuer in diesem Jahr war allerdings im April meine Distanzfahrt mit Penny. Zum ersten Mal habe ich mich auf solch eine Fahrt getraut. Zwar machen wir öfter Tagestouren mit bis zu 30km, aber 30km auf Zeit? Das war eine ganz andere Nummer! Ich hatte Penny lange und gründlich vorbereitet: Wir hatten regelmäßig trainiert und sie war von der Physiotherapeutin durchgecheckt worden. Und am 18. April dann sind wir – bei echtem Aprilwetter – nach Arendsee gefahren. Magic musste als „Anstandsdame“ mitkommen und verbrachte einen gemütlichen Tag im Paddock. Der wird sich vielleicht ein bisschen gewundert haben, vielleicht aber auch nicht, denn wie ich immer sage: Meine Pferde wundern sich über gar nichts mehr!

Die Arendseedistanz – genannt Arendsee Outback Run – war nicht nur ein voller Erfolg, sie war für mich auch die Bestätigung, dass wir sowas können. Ich habe erfahren und von Profis bestätigt bekommen, dass ich meine Pferde gut genug für solche Leistungen ausbilde. Ich kenne sie gut genug, um einschätzen zu können, welche Leistungen sie erbringen können und auch wollen. Penny ist an dem Tag in keinster Weise an ihre Grenzen gegangen und hat vielleicht ihren Sport gefunden.

Mit gespitzten Ohren lief sie – bis zum letzten Kilometer hochmotiviert – durch teilweise wirklich tiefe Sandböden. Sie galoppierte fröhlich über die Ziellinie und war in kürzester Zeit wieder auf ihrem Ruhepuls. Zudem hörten wir von den Tierärzten vor Ort nur Lob und Erstaunen: „Die sieht ja aus, als hätte sie heute noch gar nichts geleistet!“, „Die hat wohl eine Duracellbatterie eingebaut!“, „Eindeutig das fröhlichste Pony auf der Ziellinie!“ Eine bessere Bestätigung für meine Arbeit mit den Minis hätte ich mir nicht wünschen können. Kleine Werbeeinlage: natürlich waren wir mit unserer erprobten Ausrüstung unterwegs: Sieltec, Equimero und das Hyperbike.

Peeneland Show


Der nächste Ausflug führte Alex und mich auf die schon erwähnte Peeneland Show. Die wäre für uns beinah ins Wasser gefallen! Ich fahre ja seit jeher keinen Pferdeanhänger. Das liegt zum einen daran, dass ich ein viertel Jahr zu spät meinen Führerschein gemacht habe (bis Juni 1999 war Anhänger fahren inklusive), zum anderen liegt es an meinem Vater. Der ist nämlich ein ziemlich fitter Rentner und hat zu dem Thema immer gesagt: „Ach, mir macht das doch Spaß, ich fahre dich.“

Im Frühling jedoch zog er sich eine Augenkrankheit zu, die ihm das Autofahren unmöglich machte. So kam es, dass wir mit unseren frisch trainierten Pferden, mit Pferdeanhänger, aber ohne Fahrer dastanden. Ich war natürlich außerdem noch so ein bisschen auf Fohlenwache. Spontan sprang Yvonne Remus, Züchterkollegin und Freundin, ein. Sie hängte meinen Hänger hinter ihr Auto und fuhr ihr eines und meine beiden Pferde samt Alex in den Norden hoch.

Ich kam am Tag der Show hinterher und wir hatten doch noch die Chance, unsere Pferdchen zu zeigen.

Erfolge in Peeneland in “unseren” Klassen

In aller Bescheidenheit möchte ich sagen: das haben wir ganz gut gemacht. Magic hat in einer Halter-Klasse einen zweiten Platz gemacht. Im Championship konnte er sich dann allerdings nicht mehr platzieren. Die Klassen jedoch, die uns seit jeher die wichtigeren sind, konnten wir zum Teil für uns entscheiden. So wurde Alex mit Antonin im Obstacle Driving 1. und ich gewann mit Magic die Obstacle an der Hand.

Im Springen konnten wir uns zwar nicht platzieren, weil Magic zu langsam war und Antonin eine Stange gerissen hat. Hier hat jemand anders die Eisen aus dem Feuer geholt: AQM Fames Setanta, genannt Krümel, ist 2019 bei mir geboren. Er ist schon seit einigen Jahren bei meiner Trainerfreundin Veronika Vonkova und diese beiden haben beide Springprüfungen für sich entschieden. Das ist beinah so gut, wie selbst zu gewinnen. Alles in allem hatten wir einen lustigen und erfolgreichen Tag mit netten Menschen, leckerem Essen und viel Spaß. So müssen Turniere sein!

Übrigens habe ich nach dem Turnier dann mal all meinen Mut zusammengenommen und den Führerschein für den Anhänger gemacht. Zwar sitze ich nach wie vor gerne auf dem Beifahrersitz, aber ich darf nun auch alleine mit Pferden in die Weltgeschichte reisen.

Urlaub mit Alex


Im September kam Alex mich noch mal für zwei Wochen besuchen. Eigentlich hatte ich wegfahren wollen, aber ein krankes Pferd und der Gartenstress (siehe Unterpunkt Garten) hielten mich zu Hause fest. Rückblickend war das nicht so schlimm, denn wir machten uns zwei herrliche Urlaubswochen zu Hause. Alex hatte ihr Punktepony Stippels mitgebracht und er verstand sich sofort blendend mit meinen Jungs. Obwohl sie von der Größe her eigentlich gar nicht zusammen passen, haben wir Stippels mit meinen Pferdchen zusammen angespannt. Antonin und Magic sind jeweils mit Stippels zweispännig gegangen und weil das so gut klappte, haben wir sie schließlich als Troika angespannt.

Einen besonders schönen sonnigen Tag haben wir dann noch genutzt, um mit Magic und Stippels im Zweispänner eine Tagesfahrt zu machen. Wir fuhren mit dem Pferdeanhänger bis nach Nemitz. Hier beginnt ein herrliches Heidegebiet. Zwar war die Heideblüte schon fast vorbei, aber die Mischung aus Sand, blauem Himmel, Heide und Wald hatte unbedingt etwas von Urlaub. Unser Ziel nach 23km war Gartow. Hier sind wir noch ein bisschen am See entlanggefahren und dann ging es per Auto wieder zurück nach Hause. Ein echter Urlaubstag mit unseren Pferden.

Troika fahren


Die Troika war mein großes Projekt dieses Jahr. Meine Haus- und Hofschlosserin Kristin Wießel von Schulze Töchter GBR in Gardelegen hatte mir meine Einspännerschere mit einer Spielwaage versehen, so dass ich nun drei Pferde nebeneinander fahren kann. Unsere breiten Waldwege und die kleinen Landstraßen sind dafür wunderbar geeignet, nur durch manche Nadelöhre in den Dörfern und in der Stadt komme ich damit nicht durch. 
Kristin hatte mir vor Jahren auch schon meine Spielwaage zum vierspännigen Fahren nach meinen genauen Vorstellungen gebaut. Jetzt liebäugele ich ja schon mit einer Quadriga – vielleicht in zwei Jahren, wenn Paulchen endlich soweit ist. 

Zum ersten Mal seit vielen Jahren waren Alex und ich 2025 nicht auf der Sternfahrt der Ponyzuchtgemeinschaft Drömling dabei. Penny war ja quasi direkt nach der Distanzfahrt zu Fame auf die Wiese gezogen (und auch prompt bei der ersten Bedeckung tragend geworden und rollt seither durch die Gegend). Durch andere Umstände (siehe Punkt: Garten) war niemand fit genug für 25km. Da aber Alex das Wochenende nun einmal frei hatte, spannten wir in den Tagen das erste Mal den Dreispänner an. Wir hatten ja schon im September mit Antonin, Magic und Stippels geübt. Jetzt spannten wir Magic, Flora und Famina, an. Diese Entscheidung erwies sich in mehr als einer Hinsicht als Glücksgriff: Denn Julia Steinbrecher wurde auf den Dreispänner aufmerksam und lud uns spontan ein, Teil ihres Showbildes auf der Passion Pferd zu sein. Und so kam ich zu meinem wohl größten Abenteuer in diesem Jahr: die Passion Pferd

Passion Pferd


2019 hatte ich schon einmal an dieser Messe, die zur der Zeit noch Pferd und Jagd hieß, teilgenommen. Damals war ich mit Fame Teil des Showbildes vom Gut Hanum gewesen. Die schönen Erinnerungen daran machten mir die Entscheidung leicht: Ich sagte sofort zu und begann, meine Pferde bestmöglich auf die große Show vorzubereiten.


Da Julia ein Showbild mit dem Titel Ghostbusters geplant hatte, galt es als erstes, die Pferde an Gespenster zu gewöhnen. Also lief ich, zur Erheiterung der anwesenden Zweibeiner, mit einem Bettlaken über die Koppel. Ich verteilte dabei Leckerli und stellte fest: vor weißen Tüchern fürchten sich meine Pferde gar nicht. Wir haben dann noch die Gelegenheit genutzt, ein Gespenster-Fotoshooting zu machen. Wer meine Halloween-Bilder gesehen hat, weiß jetzt, wie und warum sie entstanden sind.
Meine größte Sorge war, wie die Pferde auf die vielen Menschen in der großen Halle reagieren würden, auf Lichter, Krach, Musik, Applaus, etc. Also kaufte ich spontan ein Discolicht und spielte jeden Abend Musik und Applaus in meinem Stall ab. Meine Pferde wundern sich über gar nichts mehr.

Der Dreispänner wurde auch optimiert, an Leinen und Geschirren rumgeschnallt und rumgebastelt und schließlich war es soweit: Am 4.12. packte ich drei frisch gewaschene, geföhnte und warm eingepackte Pferde auf den Hänger und fuhr ganz alleine und mit klopfendem Herzen nach Hannover. Und es stellte sich in den Tagen wieder einmal heraus, ich kann mich zu hundert Prozent auf meine Pferde verlassen und sie sich auf mich. 

Magic, Famina und Flora hatten tatsächlich überhaupt kein Problem mit der großen Halle. Zwar waren sie, vor allem am Sonnabend, noch etwas aufgeregt, aber am Sonntag zur zweiten Show dann, liefen sie schon sehr routiniert in die Halle ein. Ich konnte mich trotzdem Prüfungsangst auch etwas entspannen und starrte nicht nur mehr auf die Ohrenspitzen meiner Pferde. Ich konnte am Sonntag die Show einfach genießen und die Lichter und die begeisterten Menschenmassen wahrnehmen. Was für ein Erlebnis!
Über die Passion Pferd werde ich noch einen eigenen Artikel schreiben, sonst sprengt das hier den Rahmen. Alles in allem war es der krönende Abschluss eines tollen Showjahres!

Garten

Schon im Jahr 2024 hatte ich die Gelegenheit bekommen, meine Pferde auf eine Fläche in einer Kleingartenanlage zu stellen. Die Vorteile liegen auf der Hand: ringsum sicher eingezäunt, keine Wölfe (zwei- und vierbeinige!) weit und breit, und die Gärten sind nur etwa 2km von meiner Wohnung entfernt. Die alte LPG Anlage, auf der meine Pferde seit vielen Jahren wohnen, ist 5km entfernt. Für das Jahr 2025 bot mir dann die Besitzerin der Gärten an, noch weitere, komplett zugewachsene und verwilderte Flächen dazuzunehmen. Ich sagte zu und stellte zunächst meine Wiederkäuer in den Urwald. Die sieben Schafe machten sich sogleich ans Werk und schnell wurden noch zwei Burenziegen angeschafft, um der Wildnis Herr zu werden.

Die Schafe und Ziegen verbrachten nicht nur einen sehr fröhlichen Sommer dort, sondern sie leisteten auch ganze Arbeit. In kürzester Zeit fraßen sie Hopfen (der wächst bei uns in riesigen Mengen), Buschwerk, Sträucher und kleinere Bäume restlos weg bzw. kahl. Dabei fanden sie in den verwilderten Teilen der Gärten auch die Löcher in den Zäunen und machten mich auch sogleich darauf aufmerksam, indem sie in die Nachbargärten abwanderten, um dort weiterzufressen.

Wir Menschen halfen den Wiederkäuern, indem wir Bäume fällten, abgekautes Buschwerk entsorgten, Holz schredderten und verbrannten, Ziersträucher rodeten und zur Deponie fuhren und und und. Ich habe im vergangenen Sommer einen großen Teil meiner Zeit und den größten Teil meiner Kraft in den Gärten gelassen. Hier erschaffe ich mir jetzt unser kleines Pferdeparadies, dachte ich mir. Ich bin so gestaltet, dass ich mir immer schnell etwas vorstellen kann, Pläne schmiede und mich dann voller Kraft in die Umsetzung stürze. Bei der Gelegenheit gehe ich aber auch schnell mal über meine Kräfte. Vor allem, wenn es um das Wohlergehen (oder in dem Fall zukünftige Wohlergehen) meiner Pferde geht, scheue ich selten Aufwand und Mühe.


Leider war es im Fall der Gärten so, dass meine fleißigen und wunderbaren Schafe und Ziegen auch jede Menge Müll und Asbest zu Tage fraßen. Kein Problem, dachte ich mir, dafür gibt es ja Firmen, die sowas entsorgen. Und dann kam das große Erwachen: um zwei kleine Asbest-Gartenlauben abreißen und entsorgen zu lassen, muss man hoch vierstellige Summen rechnen. Damit sind aber die ehemaligen Wegbegrenzungen und die vielen, vielen Bruchstücke aus Asbest noch nicht mitgerechnet. Ich wäre leicht auf eine fünfstellige Summe gekommen.

Und das, ich gebe es zu, saugte mir schlagartig jede Energie ab. Kennt ihr das? Wenn ihr euch mit Feuereifer auf eine Sache stürzt, voller Elan, und dann zieht plötzlich jemand den Stecker und alle Luft entweicht wie aus einem Luftballon? So ging es mir.
Bekannte rieten mir wahlweise: „Ach schieb doch alles mit dem Frontlader in eine Ecke und lass es da liegen.“, oder auch: „Da suchst du dir paar kräftige Freunde, ihr mietet einen Frontlader und einen Anhänger und dann fahrt ihr das alles auf die Deponie.“ Aber was sich so leicht dahersagt, ist oft viel schwieriger umzusetzen. Zum einen habe ich nicht so den Freundeskreis, der Gartenlauben abreißen kann und zum anderen will ich selbst den Asbest nicht anfassen und schon gar nicht, Menschen, die mir lieb und teuer sind, darum bitten. 

Dazu kommt der Aspekt, dass die Fläche mir nicht gehört und es ist ja immer die Frage, wie viel man in eine Sache investiert, die einem nicht gehört. Ich bin geneigt, immer sehr viel in alles zu investieren, vor allem Kraft, Zeit und Energie. Zum Glück gibt es Menschen in meinem Leben, die an der Stelle die Stimme der Vernunft sind und verhindern, dass ich „all in“ gehe. Wie es hier weitergehen wird, weiß ich noch nicht. Ich mag die Flächen und die Lage und sie sind tolle Weiden vor allem für die Fohlen, die doch gerne mal die Elektrozäune testen oder drunter durch krabbeln, aber um das Pferdeparadies zu werden, was ich in meiner Fantasie schon gesehen habe, würde es noch sehr viel Arbeit und vor allem Geld benötigen. Wahrscheinlich werde ich dazu noch in der Zukunft berichten, schaut also gelegentlich auf meinem Blog vorbei.

Tierarzt

Tierärztlich sind meine Jahre mit +/- 20 Pferden und sieben Schafen einfach immer intensiv und soviel vorab: Ich habe mit Dr. Anika Suske einfach die beste Tierärztin der Welt. Ich kann mich immer darauf verlassen, dass sie pro Pferd entscheidet und handelt. Sie ist immer sofort zur Stelle, wenn ich um Hilfe rufe. Sie kennt meine Pferde mittlerweile sehr gut und hat ein unglaubliches Wissen und Können aus vielen Jahren Klinik im Gepäck. 

Größere Sachen waren natürlich die Schwergeburt von Flora, die wir zum Glück gut in den Griff bekommen haben. Carrie hat uns einige Rätsel aufgegeben mit seltsamen und nicht zusammen passenden Symptomen: Steifheit und Lungenödem. Zum Glück ist auch sie wieder gut auf dem Damm. Sie bekommt im Moment etwas Einzelbetreuung mit Box in der Nacht, Zusatzfutter für die Atmung von Alpurial und einfach ein bisschen von dem, was die Engländer TLC (tender loving care) nennen. So fühlt sie sich aktuell ganz gut.


Frenzi, meine mittlerweile 30-jährige Haflingerstute, hat natürlich auch so ihre Wehwehchen. Sie hatte Anfang des Jahres einige Schlundverstopfungen, was mir Sorge bereitet hat. Im Sommer brauchte sie einige Wochen Augensalbe und hier und da lahmt sie ein bisschen. Aber alles in allem geht es ihr altersentsprechend ganz gut. Sie trabt noch gelegentlich auf ihr tägliches Schlabber-Mahl (Luzerne, Rübenschnitzel, Heucobs, Mash) zu, bekommt Sonderrechte, darf in der Anlage freilaufen und genießt ihr Leben. Sie hat wirklich gar nichts mehr zuzusetzen. Daher wird sie eingedeckt, sobald es etwas kühler wird. Auch das nimmt sie dankbar an.

Natürlich war auch unsere Dentistin Kate Mezerova aus Tschechien wieder bei uns. Hier gab es rundum Lob und keine größeren Probleme. Brownie wurden zwei Wolfszähne gezogen und einige Pferde hatten Ecken und Kanten, die geraspelt werden mussten. Viele meiner Pferde sind mittlerweile in einem Zweijahreszyklus, was das Zähne raspeln betrifft. Gerade bei den kleinen Köpfen der Minis ist es mir aber wichtig, dass Kate jedes Jahr eine Kontrolle macht. So kann man entstehende Probleme zeitnah angehen und beheben.

Weitere schöne und besondere Momente in 2025

Mein 2025-Fazit

Worauf bin ich 2025 stolz?

  • Führerschein gemacht und ganz alleine nach Hannover mit dem Pferdeanhänger und drei Pferden gefahren
  • Distanzfahrt mit Penny gemeistert
  • Passion Pferd mit drei Pferden
  • Dreispänner fahren gelernt

Was habe ich 2025 über mich selbst gelernt?

Ich habe sehr deutlich gelernt, wo meine Grenzen sind und wo sie überschritten sind. Ich kann es nicht allen recht machen, ohne mich zu verzetteln. Und werde dann niemandem gerecht. (Kein pferde-spezifisches Problem, aber ich habe ja nebenbei auch noch ein bisschen Beruf und Ehrenamt.) Meine Energie und Kraft sind leider nicht endlos.
Ich habe aber auch gelernt, dass ich gute, leistungsfähige Pferde habe. Sie sind über die Jahre immer besser ausgebildet worden und es lohnt sich, sie zu zeigen.

Erste Male: Das habe ich 2025 zum ersten Mal gemacht/ erlebt.

  • Distanzfahrt
  • Anhänger-Führerschein gemacht
  • Dreispänner fahren
  • zwei Heuraufen gekauft und aufgebaut
  • eine Motorsäge bedient
  • online viral gegangen

Welche wichtigen Lektionen hat mir 2025 mitgegeben?

Versuche nicht, alles auf einmal zu schaffen, sondern setze Prioritäten.

Wofür bin ich 2025 besonders dankbar?

  • Fünf gesunde Fohlen
  • Meine Familie und meine Freunde, die mich nicht alleine lassen und alle Herausforderungen mit mir angehen.
  • Meine Pferde, die immer alle verrückten Abenteuer mitmachen, immer gute Laune haben und für jeden Spaß zu haben sind.
  • Das weltbeste Kutschenbegleitwindspiel: Diamante – jetzt ein Einzelhund

Was waren meine größten Herausforderungen in 2025?

Eindeutig der Garten! Hier habe ich die meiste Kraft gelassen und den meisten Frust und ich bin unsicher, wie ich hier weiter vorgehen werde. Will ich weiterhin versuchen, mir da mein kleines Pferdeparadies aufzubauen oder bleibe ich in der alten LPG Anlage mit all ihren Schwächen und Hässlichkeiten? Will ich mir in naher Zukunft einen eigenen Hof aufbauen? Oder will ich lieber dort bleiben, wo ich bin? Auf diese Fragen habe ich derzeit noch keine Antwort und schwanke mal hier und mal da hin. 

Was ist 2025 richtig gut gelaufen?

Meine Pferde waren im Jahr 2025 ein Quell großer Freude und Zufriedenheit. Die Erkenntnis, dass wir was darstellen, was zu sagen haben, was zu zeigen haben und ein gutes Bild abgegeben haben, wo immer wir in 2025 hingekommen sind, macht mir rückblickend ein ausgesprochen gutes Gefühl im Bauch.

Was lasse ich im Jahr 2025 zurück und nehme es nicht mit ins Jahr 2026?

Loslassen gehört wohl zu den Dingen, die ich am wenigsten kann. Ich habe im Moment 22 Pferde und warte auf drei Fohlen. Das ist zu viel, aber ich kann mich nicht entscheiden, welches von meinen Pferden ich abgeben würde. Sie haben alle ihre Stärken und Schwächen und ich liebe sie alle einzeln für ihre ganz eigenen Persönlichkeiten.
Will ich die Gärten zurücklassen oder perspektivisch die LPG Anlage irgendwann zurücklassen? Hier weiß ich auch noch nicht, wie ich weitermachen will. Das werden also erstmal große, unbeantwortete Fragen bleiben.
2025 hieß für mich auch Abschied nehmen von Cimbelina, meinem Windspiel. Vierzehn Jahre war sie meine treue Gefährtin: Wärmflasche, verwöhntes Prinzesschen und blitzschnelles Kutschenbegleitwindspiel. Diamante und ich vermissen sie sehr.

Mein 2025 in Zahlen

  • Aktueller Stand meiner Instagram-Follower: 2248
  • Aktueller Stand meiner Facebook-Fans: 2707 (hier sind wir viral gegangen mit teilweise sechsstelligen Reelaufrufen)
  • Webseiten-Besucher in 2025: keine Ahnung, hieran möchte ich 2026 arbeiten 
  • Anzahl meiner veröffentlichten Blogartikel: 4
  • 5 Fohlen
  • 1 Distanzfahrt (30km)
  • 1 Turnier
  • 1 Tagesfahrt (##km)
  • MiMaMo Show auf der Passion Pferd
  • 2 Heuraufen gekauft und aufgebaut

Mein Ausblick auf 2026

Was ich 2026 anders (besser) mache

Erfahrungsgemäß: Nichts! Kennt ihr das? Immer zum Jahreswechsel nimmt man sich Sachen vor: mehr Sport, weniger Schokolade, Prioritäten setzen im Leben und so weiter; und dann macht man doch so weiter wie bisher. Man wächst und lernt zwar, lässt auch Sachen wieder sein, die sich nicht bewähren, aber im Grunde mache ich doch schon seit 17 Jahren das gleiche: Fohlen werden geboren, wir erleben Abenteuer, fahren Kutsche, gehen auf Shows. In vielen Dingen bin ich besser geworden in den letzten 17 Jahren und habe viel dazugelernt, aber das war ein stetiger Prozess, keine punktgenaue Entscheidung im Sinne von: Ab morgen mache ich alles anders, besser, werde ich ein ganz neuer Mensch. Damit setzt man Erwartungen an sich selbst, die nur enttäuscht werden können. Ich werde also nichts bewusst anders oder besser machen, sondern weiter stetig wachsen, besser werden, dazulernen.
Dinge, die ich demnächst lernen möchte:

  • Bloggen
  • SEO
  • Social Media besser bedienen

So kannst du 2026 mit mir zusammenarbeiten

  • Du organisierst eine Pferdeshow und suchst noch Showbilder mit aaaawe-Faktor? Dann buche uns gerne – 1-4spännig, Bodenarbeitsdemos, etc.
  • Meine Pferde und Zwergkaninchen kommen auch gern in eure Einrichtungen (Kindergarten, Altersheim, Wohnheime, etc.) und sorgen für strahlende Gesichter bei den Bewohnern.
  • Du hast tolle Ausrüstungsgegenstände, Pferdefutter, etc. und suchst Tester/ Rezensenten? Dann probieren meine Pferde auch gerne Neues aus.
  • Du möchtest einfach mal Amerikanische Miniaturpferde kennenlernen, eine Kutschfahrt machen, Fohlen streicheln? Dann schreib mich gerne an!
  • Ihr wollt euch mal so richtig verausgaben und hinterher sehen, was ihr geleistet habt? Kommt misten! (Tatsächlich ist Misten wirklich gute Burn-Out-Prävention. Vielleicht schreibe ich dazu mal was eigenes…)
  • Ihr wollt euch gerne mehr bewegen und sucht einen Jogging-Buddy? Borgt euch ein Miniaturpferd aus.

Meine 7 Ziele für 2026

  • Ziel 1: sichtbarer werden mit meinen Pferden und meinem Know-How, bloggen, Social Media besser lernen
  • Ziel 2: die Rasse Amerikanisches Miniaturpferd und ihre Vielseitigkeit bekannter machen
  • Ziel 3: gesunde Fohlen züchten
  • Ziel 4: eine Wanderfahrt machen
  • Ziel 5: Kooperationen mit Pferdefirmen ausbauen
  • Ziel 6: in den Urlaub fahren
  • Ziel 7: Spaß haben!
  • Mein Motto für 2026 heißt: Genieße, was du hast!

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